Produktion / Dokumentation

FANDOM GERMANY

Auch in Deutschland gibt es mittlerweile eine beachtliche Szene unterschiedlichster „Fandoms”, also Fangemeinden, in denen Menschen ihrer Leidenschaft für derlei fantastische Welten gemeinsam nachgehen.Doch was sind das für Leute, die sich in ihrer Freizeit als Orks oder Indiana Jones verkleiden, die jeden Satz ihrer Lieblingscharaktere in den Star-Wars- Filmen mitsprechen können? Sind sie alle bloß „verrückte Nerds”, die nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen?
Ganz im Gegenteil: Auch wenn viele Menschen eine solch kultische Verehrung fiktiver Personen und Geschichten für absonderlich halten mögen, so handelt es sich doch mittlerweile um be- liebte und vielfältige Hobbys.Für wahre Fans wird der Gegenstand ihres Fantums gar zum ständigen Begleiter im Alltag, der Zuflucht bietet und Begeisterung weckt. Oftmals beeinflusst er sogar den Berufswunsch oder Lebensstil, wird somit zur „Berufung”.
Das Filmprojekt Fandom Germany begleitet Anhängerinnen und Anhänger verschiedener Fankulturen in Deutschland, ergründet ihre Faszination und empfindet ihre Leidenschaft nach. Dabei werden sie mit unvoreingenommenen Blick und Respekt festgehalten.Es geht darum, darüber zu informieren, welche großen Science-Fiction- und Fantasy-Anhängerschaften es in Deutschland gibt, wie sich ihre jeweiligen Mitglieder hier organisieren und austauschen.
Wir thematisieren daher vielfältige Fragestellungen:
Lassen sich Unterschiede zu den Fans in anderen Nationen ausmachen? Gibt es grundsätzliche Gegensätze zwischen den Anhängern unterschiedlicher Fangemeinden? Welche rechtlichen Besonderheiten ergeben sich bei Zusammenkünften in Deutschland? Schließlich basieren Kostüme und Ausstattung häufig auf milliardenschweren „intellectual properties“ der globalen Entertainment-Industrie.
Desweiteren berichten teils prominente Forscher, insbesondere Film- und Medienwissenschaftler, die sich in ihrer akademischen Arbeit mit derlei Fankultur auseinandersetzen, im Rahmen des Filmes von ihrem jeweiligen Untersuchungsgegenstand. Dabei ist eine treibende Fragestellung, wieso sich viele Menschen derart obsessiv in fiktiven Welten verlieren, worin deren Reiz aber womöglich auch Gefahren liegen.

Eckdaten

Arbeitstitel: Fandom Germany // Abendfüllender Dokumentarfilm // Digitale Filmproduktion // Produktionszeitraum: 2017-2020 // Ausführender Produzent: Jan Czmok (spektrumfilm) // Regie und Produktion: Norman Eschenfelder Julian Weinert // Bildgestaltung: Björn Brunke
Kreativdirektion und Producerin: Inka McAtee // Musik und Sound Design: Philipp Grzemba // Montage: Daniel Alznauer